Bereich Germanistik


 

Aktuelles aus der Germanistik:

Liebe Studierende,

08.07.2022 -

das Sommersemester 2022 geht zu Ende - und es war ein mehr oder minder "normales" Semester. Das ist nach den Erfahrungen, die wir alle seit dem Frühjahr 2020 gemacht haben, eine gute Nachricht. Endlich konnten wir den Frühling und Sommer einmal wieder nicht nur in den Lehrveranstaltungen, sondern auch mit einer ganzen Reihe von Exkursionen aller germanistischen Fachgebiete und nicht zuletzt natürlich mit der einen oder anderen gemeinsamen Feier genießen.

Nun wünscht Ihnen das Team der Germanistik mit diesem Semesterabschluss-Newsletter eine erfolgreiche Prüfungsphase und dann einen gesunden und erholsamen Sommer. Wir freuen uns darauf, Sie im Herbst wiederzusehen.

Herzliche Grüße

im Namen aller Dozierenden der Germanistik

Kersten Sven Roth

Linguistische Stadtrundgänge zu den Themen „Politik im öffentlichen Raum“ und „(Protest gegen) Gentrifizierung“ in Berlin

08.07.2022 -

Von Jella Busche und Désirée Grossmann

Die Erarbeitung von „linguistischen Stadtrundgängen“ im Zuge zweier Master-Seminare bei Frau Kuck und Herrn Roth stand im Mittelpunkt einer mehrtägigen Studienexkursion nach Berlin. Dabei konzentrierten wir uns auf die Themenkomplexe „Politik im öffentlichen Raum“ und „(Protest gegen) Gentrifizierung“. Ziel war es, „im Feld“ nicht nur ständige Zeichen, beispielweise an Gebäuden oder Denkmälern zu finden und analytisch zu betrachten, sondern auch, sich wandelnde und temporäre Zeichen.

BILD 1

Für die Tour zum Thema „Politik im öffentlichen Raum“ hatte die zuständige Gruppe Berlin Mitte als Untersuchungsfeld ausgewählt. Der Fokus dieses Rundgangs legte einen Start am Reichstag nahe. Im Verlauf der Tour setzten wir uns unter anderem mit dem Brandenburger Tor, dem Gendarmenmarkt und schließlich dem Stadtschloss auseinander. Der erste Rundgang führte also vorbei an geschichtsträchtigen und imposanten Gebäuden. Trotz der Beständigkeit, für die diese Gebäude unter anderem stehen, entdeckten wir auch hier sich ständig wandelnde Zeichen und eine bewegte
Umgebung, die die ganz spezifische Semiotik dieser Gebäude und Orte begründet. In unseren Gruppendiskussionen vor Ort versuchten wir diese Zeichenordnungen zu analysieren und zu beschreiben.

BILD 2

Am Tag darauf beschäftigten wir uns mit dem Thema Gentrifizierung, aufgeteilt in zwei Gruppen – einmal mit dem Fokus auf aktuelle und ehemalige Hausbesetzungen und danach auf Formen der Gentrifizierung selbst anhand verschiedenster Beispiele. Dabei erkundeten wir vor allem den Stadtteil Kreuzberg, da dieser seit längerem von (Konflikten um) Gentrifizierung besonders stark betroffen ist und uns somit genug Material und Schauplätze liefert. Auch bei der Arbeit an diesen beiden Stadtrundgängen folgten wir dem Schema, im Vorfeld ausgesuchte Orte zu
besichtigen und mit Blick auf vorhandene semiotische Ressourcen - von Bannern bis Graffiti, von Farbüberresten an Häuserwänden bis Stickern und Plakaten an Laternen – möglichst umfänglich analytisch und interpretativ zu erfassen. Neben der reinen Erfassung des öffentlichen Raums im Sinne des „Linguistic Landscapes“-Ansatzes versuchten wir uns auch in anderen ethnomethodologischen Zugängen, etwa im Falle eines Gesprächs mit der Angestellten einer Buchhandlung, die kürzlich knapp der Schließung im Zuge des Gentrifizierungsprozesses entgangen ist und damit auch für Aufmerksamkeit im medialen Diskurs gesorgt hatte.

Sowohl „Gentrifizierung“ als auch „Politik im öffentlichen Raum“ sind dynamische Prozesse, die man unmöglich aus dem Seminarraum heraus beobachten kann. Viele Zeichen und Symbole lassen sich eben doch nicht im Internet recherchieren und auch der Austausch mit Ortsansässigen ist so kaum möglich. Aus diesem Grund sind Feldforschung und damit das Aufsuchen der jeweiligen Plätze unabdingbar. An jeder unserer Stationen auf den an beiden Tagen jeweils gut 15 km langen Begehungstouren entstanden oft ausführliche Diskussionen rund um die angemessene Interpretation der vor Ort aufgefundenen sprachlichen und nicht-sprachlichen Zeichen und der diskursiven Bezüge, in denen sie stehen.

BILD 3

In den verbleibenden Wochen des Semesters wird es nun darum gehen, zu texten und so das Erarbeitete tatsächlich in die Form linguistischer Stadtrundgänge zu bringen, die dann in der „Stadtsprachen-App“ (kostenlos verfügbar unter diesem Namen in allen gängigen App-Stores!) veröffentlicht werden.

Möchten Sie sich also das nächste Mal, wenn Sie in Berlin sind, nicht nur mit den altbekannten Sehenswürdigkeiten und touristischen Informationen zufriedengeben? Dann empfehlen wir Ihnen wärmstens unsere Stadtrundgänge als Alternativprogramm in Erwägung zu ziehen.

mehr ...

Wechsel im Germanistik-Sekretariat

01.07.2022 -

Nach unglaublichen 47 Jahren im Dienst der Otto-von-Guericke-Universität und ihrer Vorgänger-Hochschulen ist die langjährige Sekretärin der Germanistik, Frau Kaufhold, Ende Juni in den verdienten Ruhestand gegangen. Mehr als ein Vierteljahrhundert hat sie für den Bereich gearbeitet und war seine gute Seele. Für viele Dozierende und für zahllose Studierende war sie ein unverzichtbarer Teil ihrer Zeit an der Universität Magdeburg. Mit einer kleinen Feierstunde am 21. Juni hat der Bereich und in Form einer Urkunde des Kanzlers auch die OvGU Frau Kaufhold für ihre Arbeit gedankt. Alle Gratulantinnen und Gratulanten waren sich einig: Eine Ära der Magdeburger Germanistik geht zu Ende. Für den Ruhestand wünschen wir alle Frau Kaufhold das Allerbeste!

Gleichzeitig freuen wir uns sehr, als Nachfolgerin im Sekretariat Frau Gisa begrüßen zu dürfen, die Ende Juni Ihre Tätigkeit im Bereich aufgenommen hat. Herzlichen willkommen - wir freuen uns sehr über und auf Ihre Unterstützung!

Kersten Sven Roth für den Bereich Germanistik

mehr ...

Politolinguistisches Nachwuchskolloquium der AG Sprache in der Politik: Programm und Einladung

29.06.2022 -

Die AG Sprache in der Politik veranstaltet am 07.10.22 an der Universität Marburg ein Nachwuchskolloquium für Doktorand:innen, die eine Dissertation im Themenbereich Politolinguistik verfassen bzw. deren Forschungsgegenstand auch in benachbarten Disziplinen die politische Sprache und Kommunikation darstellt. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, ihre eigenen Forschungsprojekte und -methoden vorzustellen und sich darüber fachlich auszutauschen.

Das Programm findet sich hier. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung per Mail an hanna.voelker@uni-marburg.de ist bis zum 09.09.2022 möglich.

Lesung: „Das literarische Gesicht des Krieges – gestern und heute“. Eine Lesung von Studierenden und Lehrenden der Germanistik

08.06.2022 -

Am 13. Juni 2022, 19.30 Uhr im in:takt, Breiter Weg 32-34, 39104 Magdeburg

Unsere Gesichter verändern sich im Laufe des Lebens, sie werden gezeichnet durch Linien, Falten, Narben, Erlebnisse und Erfahrungen. Das Gesicht des Krieges hingegen erscheint immer gleich: grausam, hässlich, lebensverändernd.

Das bestätigen Betroffene, die bereits in das schreckliche Angesicht blicken mussten. In einer Lesung sollen nun ihre Erlebnisse und Gedanken für sich sprechen. Neben zwei authentischen Texten ehemaliger Soldaten werden dabei auch Eindrücke aus Lyrik und Prosa vor allem aus dem 20. Jahrhundert zu hören sein, die von Königen und Kindern, Haifischen und Blumen, Krieg und Frieden erzählen.

Die Lesung wird von Studierenden und Lehrenden der Germanistik der Uni Magdeburg veranstaltet. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, sich bei einem kalten Getränk über das Gehörte auszutauschen.

mehr ...

Fachtag Deutsch 2022: Diagnostik & Differenzierung

08.06.2022 -

FachtagFDD2022_pixabayAuch in diesem Jahr richtet die Fachdidaktik Deutsch der Otto-von-Guericke-Universität wieder einen Fachtag Deutsch aus, zu dem wir Sie ganz herzlich einladen möchten.

Der diesjährige Fachtag findet unter dem Motto „Diagnostik und Differenzierung“ am Dienstag, den 21.06.2022, von 15 bis 18 Uhr statt. Nach einem kurzen inhaltlichen Einstieg (Raum 40B-414) werden ab 15.30 Uhr drei parallel stattfindende Workshops zum Thema angeboten.

Der Workshop von Anne-Kathrin Döhl gibt einen Einblick in das Diagnostikinstrument „Kompetenzraster“. Dieses kann nicht nur als Hilfsmittel zur Differenzierung, sondern auch für beratende Elterngespräche oder auch zur Optimierung der Leistungsermittlung eingesetzt werden.

Ein weiterer Workshop wird von Lisa Wetzig ausgerichtet, die verschiedene Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung im Unterricht vorstellt. Im Anschluss können die Teilnehmenden sich selbst in der Konzeption differenzierender Arbeitsmaterialien erproben.

Workshop 3 wird von Jun.-Prof. Dr. phil. habil. Karina Becker zum Thema „Selbstdiagnosebögen zur Förderung von Schreibprozessen und –produkten“ angeboten. Selbstdiagnosebögen können sowohl im Vorfeld einer Lernsequenz als auch im Anschluss an sie eingesetzt werden und bieten die Möglichkeit eines individualisierten Schreibunterrichts. Nachdem ein Diagnosebogen vorgestellt wurde, können die Teilnehmer*innen das Instrument selbst erproben.

Eine Anmeldung ist ab sofort unter folgendem Link möglich: https://terminplaner.dfn.de/eQMqjrLKIjgUGaoB

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

mehr ...

[1] | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 vor

 

Letzte Änderung: 21.12.2021 - Ansprechpartner: Webmaster Germanistik