Aktuelles aus der Germanistischen Linguistik

"Im Gespräch bleiben" - Arbeitsstelle für linguistische Gesellschaftsforschung lädt ein zur 1. AlGf-Tagung

02.09.2021 -

Nachdem sie schon vor gut einem halben Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat, begeht die "Arbeitsstelle für linguistische Gesellschaftsforschung" (AlGf) am 7. Oktober ihre Gründung auch formell in Form der 1. AlGf-Tagung. Das Thema der Tagung lautet "Im Gespräch bleiben. Gefahren und Chancen für den demokratischen Diskurs".Geleitet durch die Impulsvorträge der Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern und Disziplinen soll  - in Form einer "Fishbowl-Diskussion" - das Thema der Tagung aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und unterschiedliche Erfahrungen und Ideen als Ressource genutzt werden.

Demokratische Gesellschaften sind plurale Gesellschaften: Die Vielfalt der Lebenswelten, Überzeugungen und Perspektiven ist ihre Grundlage, öffentliche Aushandlungsprozesse ihre Existenzform. Sie benötigen Räume, in denen Rede und Gegenrede so uneingeschränkt wie möglich zugelassen sind und in denen eine möglichst große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern partizipieren kann an der Vorbereitung möglichst konsensueller Entscheidungen.

Wir erleben heute in nahezu allen demokratischen Gesellschaften und auch in Deutschland vielfache Krisen des öffentlichen Diskurses. Dabei spielen unter anderem sprachlich-kommunikative Rahmenbedingungen eine Rolle, allen voran die neuen Möglichkeiten des Publizierens und Rezipierens von Informationen über die Sozialen Medien, sowie grundsätzliche gesellschaftliche Spannungsverhältnisse wie das zwischen Ost und West, zwischen Alt und Jung oder auch zwischen ethnisch oder national definierten Identitäten, die sich immer weniger in einer Vielfalt der Stimmen in einem Diskursraum niederschlagen als in einer zunehmenden Blockade des öffentlichen Raums.

Die Tagung ist als Präsenzveranstaltung im Guericke-Zentrum geplant. In diesem Fall ist die Teilnehmerzahl aufgrund der geltenden Hygieneauflagen eng begrenzt. Sollten es die Rahmenbedingungen nötig machen, wird die Veranstaltung unter Umständen auch kurzfristig in ein digitales Format überführt.

In beiden Fällen ist eine Anmeldung auf der Website notwendig, auf der Sie auch weitere Informationen und das Programm finden. (Auch wenn keine freien Plätze mehr angezeigt werden, ist eine Anmeldung möglich und sinnvoll, weil so Nachrückerplätze vergeben oder ggf. auch der Link zur Online-Variante verschickt werden kann.)

Link zur Tagungs-Website: https://algf.ovgu.de/tagung.html

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Berichterstattung: Seminar "Linguistische Wahlkampfbeobachtung"

30.07.2021 -

Die Pressestelle der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg portraitiert in einem Bericht vom 30.07.2021 das mediengermanistische Seminar "Linguistische Wahlkampfbeobachtung", das im Sommersemester 2021 unter der Leitung von Prof. Dr. Kersten Roth und Dr. Kristin Kuck stattgefunden hat. Der Bericht ist hier zu finden:

"Im Portrait: Wahlplakate studieren" (30.07.2021)

Auch die Volksstimme widmet dem Seminar einen Artikel, der an dieser Stelle einsehbar ist: "Parolen vom Plakat: Germanistik-Studenten untersuchen Wirksamkeit von Wahlwerbung".

Die Ergebnisse, die im Seminar erarbeitet wurden, sollen auf der nächsten Tagung der AG „Sprache in der Politik“ (08.-10.09.2021) vorgestellt werden.

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Wahlbeobachtung mal anders: Masterstudierende der Germanistik haben in diesem Sommersemester den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt mit linguistischen Analysen begleitet

05.07.2021 -

Bild zur PM bWahlbeobachtung mal anders: Studierende der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg nahmen die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Juni 2021 zum Anlass, mithilfe der Methoden einer linguistischen Gesellschaftsforschung den Wahlkampf der sechs aussichtsreichsten Parteien zu analysieren. In auf je eine der Parteien spezialisierten Arbeitsgruppen beobachteten sie im Rahmen eines Forschungsseminars von Dr. Kristin Kuck und Prof. Kersten Sven Roth die Phase des Wahlkampfes der Parteien vor der Wahl, das strategische Verhalten der Parteien am Wahlabend selbst und die Reaktionen auf den Wahlausgang. Neben den medialen Kampagnen und Inszenierungen wurden auch die konkrete Wahlkampfsprache in den Parteiprogrammen und Internetauftritte sowie Plakatkampagnen zum Untersuchungsobjekt. Nun erstellen die Studierenden Poster mit ihren Ergebnissen über die Parteien und Strategien, die sie auf der diesjährigen Wahlkampfsprache-Tagung der Fachgesellschaft „AG Sprache in der Politik“ im September 2021 präsentieren und mit den Expertinnen und Experten vor Ort diskutieren werden.

Ganz grundsätzlich zeigen die Analysen, dass sich in Sachsen-Anhalt ein Muster fortsetzt, dass schon die letzten Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg geprägt hat: Die größte Regierungspartei setzte ganz auf einen „Landesvater“-Wahlkampf der Kontinuität, LINKE und AfD profilierten sich mit scharfer Kritik als Opposition und die FDP versuchte sich zur Stimme einer notwendigen Aufbruchstimmung zu machen. Wie sehr die ungewöhnliche „Kenia-Koalition“ eine entsprechende Positionierung für die kleineren Regierungsparteien machte, zeigt vor allen Dingen die Analyse des SPD-Wahlprogramms, das die bisherige Regierungsverantwortung mit einem eher oppositionstypishen Forderungskatalog zu verbinden versucht.

Die Studierenden kamen zu dem Schluss, dass sich die AfD am meisten des sogenannten negative campainings bediente. Dabei wird die eigene Partei durch Abwerten der anderen Parteien aufgewertet. Die CDU setzte hingegen auf Personalisierung und präsentierte vor allem Haseloff. Bei den Grünen stellten die Studierenden eine irritierend unterschiedliche Gewichtung von Themen zwischen der Plakatkampagne und dem Wahlprogramm fest. Bei den LINKEN war das vorwiegend kritische mediale Echo auf die Kampagne dominiert von jenem „Nehmt den Wessis das Kommando“-Plakat, mit dem man sich einerseits als Ost-Partei zu profilieren versuchte, das man aber andererseits nicht zu plakatieren beschlossen hatte.

Die Corona-Pandemie prägte auch die Stimmung vor dieser Landtagswahl in hohem Maße: Die Parteien mussten ihre Strategien an die veränderte Situation anpassen, intensivierten ihre Anstrengungen, Wähler*innen über das Internet zu erreichen und vertraten unterschiedliche Vorstellungen, mit welchen Maßnahmen die Pandemie am besten zu bewältigen sei. Insgesamt ist festzustellen, dass sich der Ton verschärft hat. Auch der Wahlkampf an sich hat sich verändert: Er ist stärker auf Personen fokussiert, ist kämpferischer und drastischer geworden.

Die theoretischen und methodischen Kenntnisse erwarben die Studierenden durch Gastredner, die ihre Expertise und eigenen Forschungen in Zoom-Konferenzen mit den Teilnehmenden teilten: Zu Gast waren Dr. Steffen Pappert von der Universität Essen, der über Plakatkampagnen sprach, Prof. Dr. Josef Klein von der FU Berlin, der den Studierenden Einblicke in die Analyse von Wahlprogrammen gab, und Dr. Sascha Michel von der RWTH Aachen, der seine Forschungsergebnisse über politische Kommunikation in Social Media teilte.

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Tagungsband erschienen

05.03.2021 -

Soeben erschienen: Tagungsband 'Kleine Texte', hg. v. Steffen Pappert und Kersten Sven Roth.

Weitere Informationen hier: Flyer 'Kleine Texte'

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Arbeitsstelle für linguistische Gesellschaftsforschung

05.03.2021 -

Mediensprache, politische Sprache und der Zusammenhang von Sprache und Gesellschaft - das sind wesentliche Forschungsschwerpunkte der Germanistischen Linguistik an der OVGU. Jetzt hat das Team des Fachgebiets eine ganz besondere Transfereinrichtung zu diesem Themenfeld auf den Weg gebracht: die Arbeitsstelle für linguistische Gesellschaftsforschung (AlGf).

Zur Webseite der Arbeitsstelle: AlGf

Pressemitteilung der Universität (01.03.21): "Mit Sprache die Welt verändern"

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Jurywechsel nach 30 Jahren "Unwort des Jahres"

18.01.2021 -

Nach 10-jähriger Arbeit in der Jury übergibt Kersten Sven Roth gemeinsam mit den anderen Jurymitgliedern die Aktion "Unwort des Jahres" in die Hände einer neuen Jury. Nachfolgerin ist unter anderem Kristin Kuck. In einem Interview mit der Volksstimme kommentieren der ehemelige Juror und die neue Jurorin die Wahl für das Jahr 2020 und die Fortführung der Aktion.

Hier gibt es das Interview zum Nachlesen: Volksstimme-Interview "Unwort des Jahres" (Ausgabe von Mittwoch, 13. Januar 2021)

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Letzte Änderung: 05.07.2021 - Ansprechpartner: Webmaster Germanistik