Apokope

Die totale Reduzierung von Lauten (besonders des Schwa-Lautes) im Auslaut, wogegen die Synkope den Inlaut betrifft. In der deutschen Standardsprache ist bspw. das Dativ-e im Singular nicht mehr wie noch im Mhd. ( Mittelhochdeutsch) obligatorisch, sondern kann entfallen (dem Kind dem Kinde). Besonders in den Umgangssprachen ( Umgangssprache) und den oberdeutschen Dialekten ( Dialekt), von denen die Apokopierung im 12. Jh., ausging und den nordniederdeutschen Dialekten (seit dem 16. Jh.) tritt die A. auf (vgl. z.B. H. Mettke 1993, 26-29; H. Paul 1998, 80-88). Letztlich ist die A. im Deutschen eine Folge der Nebensilbenabschwächung seit der germ. Akzentfestlegung.

Eine besondere Form der A. stellt die Elision dar; sie bezeichnet den Wegfall eines Vokals im Auslaut bei folgendem Anlautvokal.

Lit.: Keller, R.E., Die deutsche Sprache. 1995. Mettke, H., Mittelhochdeutsche Grammatik. 1993. Maas, U., Phonologie, Einführung in die funktionale Phonetik des Deutschen. 1999. Paul, H., Mittelhochdeutsche Grammatik, überarbeitet von P. Wiehl und S. Grosse. 241998. Ramers, K.-H./Vater, H., Einführung in die Phonologie. 1991. Schmidt, W., Geschichte der deutschen Sprache, Ein Lehrbuch für das germanistische Studium, verb. und erw. Aufl., fortgeführt von H. Langner, hrsg. von E. Berner und N. R. Wolf. 112013. UF

Letzte Änderung: 14.02.2019 - Ansprechpartner: Webmaster Germanistik