Tagung Rassismussensible Lehre und Ausbildung an Schulen und Universitäten

Neue Perspektiven auf eine kultur- und humanwissenschaftlich orientierte Deutschdidaktik - Interdisziplinäre und internationale Sichtweisen auf eine rassismussensible Lehre und Ausbildung an Schulen und Universitäten

Racial Profiling, rassistisch motivierte Taten, Migration und Einwanderung gehören zu den Stichworten, die ohne Unterlass in der Gesellschaft diskutiert werden. Da Rassismus als Ideologie auch auf formeller Ebene, beispielswiese im Bildungssektor, wissentlich oder unwissentlich mitgeteilt und weitergeleitet wird, gilt es an Schulen und Universitäten für Diversität zu sensibilisieren, Rassismen und Stereotype in Köpfen offenzulegen und zu hinterfragen und die zukünftigen Lehrkräfte sowie Heranwachsenden für eine intersektionale Bildung vorzubereiten. Es zeigt sich allerdings eine „Leerstelle zwischen der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern und der Erwartung an ihr Professionsprofil“ (Fereidooni / Massumi 2015, 5). Deswegen muss auch die universitäre Ausbildung der angehenden Lehrkräfte an den Universitäten curricular überdacht werden.

Die Tagung „Neue Perspektiven auf eine kultur- und humanwissenschaftlich orientierte Deutschdidaktik“ geht der Frage nach, wie diese Leerstelle in der Ausbildung der Lehrenden gefüllt werden und welche Aufgaben der Schulunterricht mit Blick auf die Bildung der Lernenden übernehmen kann. Welche Kompetenzen gilt es zu erwerben, um sensibilisiert zu sein gegen Diskriminierung und Rassismus? Wie kann es durch das literarische Lernen gelingen, stereotype Fremdbilder abzustreifen und unvoreingenommen Vielfalt zu leben, das Verständnis für hybride Mischungen jenseits rassistischer Separationen zu fördern? Wie kann über mehrsprachige Texte der Blick für Pluralität und Interdependenz in und zwischen Sprachen geöffnet werden?

Vom 2. bis 3. Juni 2021 widmet sich die online-Tagung mit internationalen und interdisziplinären Sichtweisen von etwa vierzig Vortragenden in vier Panels diesem Thema:

Plakat Querformat


Panel I

Panel I („Zu Relevanz und Herausforderungen einer rassismuskritischen Bildung“) beginnt mit drei Grundsatzvorträgen, die die Relevanz einer rassismuskritischen Bildung in Schule und Universitäten generell herausarbeiten.

Panel II

Die Vorträge in den parallel angelegten Panels zum Thema „Textarbeit im rassismussensiblen Deutschunterricht“ (Panel II) werfen einen dominanzkritischen Blick auf Unterrichtsgegenstände (kanonische Texte, Schulbücher, Kinder- und Jugendliteratur, Filme, Serien, Hörspiele, Internettexte, etc.) aus literatur-, sprach-, erziehungs- und/oder medienwissenschaftlicher Sicht. Das eine Panel legt den Fokus auf aktuelle Kinder- und Jugendliteratur, das andere Panel auf Diversität und Intersektionalität, das dritte auf die Machtdimensionen von Sprache.

Panel III

Panel III („Voraussetzungen und Umsetzungen für einen rassismussensiblen Unterricht“) beleuchtet das Thema Rassismus aus soziologischer, pädagogischer, philosophischer und historischer Perspektive. Es erfolgen Überlegungen zur begrifflichen Differenzierung, gerade auch im internationalen Vergleich. Zudem wird die methodische und didaktische Ausrichtung von rassismussensiblen Lehr-Lern-Prozessen aus interdisziplinärer und internationaler Sicht diskutiert. Die Vorträge beschäftigen sich mit einem rassismuskritischen Unterricht in Zeiten der Kompetenzorientierung und machen Vorschläge für einen Unterricht, in dem Platz sowohl für Erinnerung als auch für eine kritische Befragung von Stereotypen ist, für Selbstreflexion und Empathiebildung.

Panel IV

Die Vorträge in Panel IV („Rassismussensible Lehre und Ausbildung“) ziehen Konsequenzen für die Ausrichtung einer rassismussensiblen Lehre und Ausbildung von Lehrkräften an den Universitäten. Dazu werden auch empirische Ergebnisse zum Professionsverständnis von Lehrkräften und deren Haltungen zu Diversität vorgestellt.

 

Magdeburg kennenlernen

Da es aufgrund der Pandemie den Tagungsteilnehmer*innen von außerhalb nicht vergönnt ist, bei der Gelegenheit die Ottostadt Magdeburg, deren Ruf ihr bisweilen nicht gerecht wird, in Augenschein zu nehmen, vermögen folgende Videos und eine virtuelle Tour einen Eindruck von Stadt und Universität zu vermitteln.

Letzte Änderung: 17.09.2021 - Ansprechpartner: Webmaster Germanistik