Berufsbilder

Im Folgenden stellen Absolventen des IGER sich und ihren eingeschlagenen Berufsweg vor. Sie berichten von ihrem Studium an der OvGU und zeigen auf, in welchen Bereichen Germanisten eine berufliche Zukunft offen steht:

Berufsbild WezelHelena Wezel (BA Kulturwissenschaften mit HF Germanistik & NF DaF)
Assistenz der Geschäftsführung
A&O PYROGAMES GmbH
Während meines Studiums am IGER fühlte ich mich vor allem in der Linguistik stark verankert, dennoch hatte ich kein klares Berufsbild vor Augen. Je näher der Bachelor-Abschluss rückte, desto tiefere Einblicke in den Berufsalltag und die Arbeit mit Sprache wollte ich sammeln. Ein Magdeburger Konzert- und Eventveranstalter gab mir diese Möglichkeit: Innerhalb eines 6-monatigen Praktikums überzeugte ich mit Ehrgeiz sowie Freude an meiner Tätigkeit die Geschäftsführung, sodass mir eine Festanstellung angeboten wurde. Seit Beginn dieses Praktikums arbeite ich in dieser Eventagentur und habe dabei unterschiedliche Positionen eingenommen: Projektleitung für eine Eventreihe, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tourneeplanung. Aktuell bin ich als Assistenz der Geschäftsführung für Personal, Vertragsverhandlungen sowie Projektaufgaben verantwortlich. Ein Weg, der manchmal mit Steinen besät war, doch vor allem ein Weg, dessen Grundstein im kulturwissenschaftlichen Studium gelegt wurde. Mein Tipp: stets wissbegierig bleiben, zielstrebig arbeiten und soziale Kompetenzen, die mein Studium in großem Umfang vermittelte, gekonnt einsetzen.

 

Fünf Fragen an Anne-Katrin Behnert (M. A.)

Behnert Geburtsjahr:

1985

Studiengang: Bachelor Kulturwissenschaften (HF Germanistik, NF Deutsch als Fremdsprache), Master Germanistik: Kultur, Transfer und Interkulturalität
Jahr der Immatrikulation: 2006
Jahr der Exmatrikulation: 2012
Heutiger Arbeitgeber/Position: Akademisches Auslandsamt der Ott-von-Guericke Universität Magdeburg Studienberaterin für internationale Studierende

1. Wieso haben Sie Magdeburg als Studienort gewählt?

Magdeburg ist meine Heimatstadt. Der damals neu etablierte Bachelorstudiengang Germanistik und Deutsch als Fremdsprache hat mein Interesse geweckt. Die Möglichkeit, Nichtmuttersprachlern später einmal Kultur- und Sprachvermittlung näher zu bringen, sehe ich als eine sehr schöne Aufgabe.

2. Wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?

Das Studium in seiner inhaltlichen aber auch praktischen Vielfalt ist sehr interessant, Sprach- und Präsentationskompetenz werden gefordert, der Grad der Kommunikationsfertigkeit weiter ausgebaut. Ich konnte bereits relativ schnell meine ersten Erfahrungen aus der Theorie in der Praxis anwenden und ich hatte von Anfang die Möglichkeit, die vielen Angebote der Universität zu nutzen. Alles in allem für ein Studium die besten Voraussetzungen.

3. Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

  • Generation Praktika (Goethe Institut München/ Dublin; Sprachacademia Basel)

  • Freie Tätigkeiten neben dem Studium (Prüferlizenzen von telc für Deutsch und Englisch, Honorarlehrer für Deutsch und Englisch an VHS,..)

  • Mitglied der studentischen Initiative IKUS (Interkulturelle Studenten), Sommerschule Niigata, studentische Hilfskraft im Akademischen Auslandsamt

 

4. Worin besteht Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit?

Meine Aufgaben sind:

  • Beratung und Betreuung von ausländischen Studierenden (europa- und weltweit) von den Partneruniversitäten

  • Betreuerin Sommerschule Universität Steven Point in den USA

  • Erstberatung für deutsche Studierende sowie Einschreibung in ein Studium

  • Erstellen von Veranstaltungsprogrammen für die Einführungswoche der ausländischen Studierenden

  • Organisation von Exkursionenen für Programmstudenten

  • Koordinatorin des Science Without Borders Projekts

  • Teilnahme an Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen des DAAD

Generell kann ich sagen, dass mein Job sehr abwechslungsreich und interessant ist. Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen, die zu lösen sind.

5. Welche Tipps würden Sie heutigen Studierenden geben?

Während des Studiums sollte man sich nicht unter Druck setzen. Gute Noten sind das eine, ein Sommer quer durch Europa das andere.

Die Förderprogramme des Akademischen Auslandsamtes bieten diesbezüglich viele Möglichkeiten, um auf internationaler Ebene Erfahrungen zu sammeln.

 

 

Juliane Pomraenke (Magister, 1. HF Germanistik, 2. HF Pädagogik)

Fachbereichsleiterin Deutsch als Fremdsprache am Sprachenzentrum der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg


bb1Bereits in der Schule war Deutsch mein Lieblingsfach und aufgrund des großen Interesses an der deutschen Sprache und der Literatur entschied ich mich, Germanistik an der OvGU zu studieren. Während des Hauptstudiums stellte ich mir immer wieder die Frage, welche Tätigkeiten ich mit meiner Ausbildung später ausüben kann und suchte sehr schnell den Bezug zur Praxis. Ein vierwöchiges Praktikum bei einem lokalen Fernsehsender ermöglichte mir den Einstieg in die Medienwelt. Nach dem Praktikum nahm ich ein Jobangebot bei einer Fernsehnachrichtenagentur an, dem ich bis zum Ende des Studiums mit Spaß und Engagement nachging und bei dem ich viele Erfahrungen sammeln konnte. Um mir auch als Magisterstudentin die Möglichkeit der Lehre offenzuhalten, absolvierte ich die vom IGER angebotene Zusatzqualifikation „Deutsch als Fremd-/Zweitsprache“. Dass dies einmal meine berufliche Zukunft darstellen würde, ahnte ich zum damaligen Zeitpunkt nicht. Denn mein Hauptaugenmerk lag damals auf der Themenfindung für die Magisterarbeit. Über die sprachhistorischen Lehrveranstaltungen, die für mich immer besonders interessant waren, kam ich zur Erforschung der Familiennamen, meinem Magisterarbeits- und späterem Promotionsthema. Nach dem Studium ergaben sich aufgrund der hier gelegten Grundsteine zwei Tätigkeitsfelder für mich. Zum einen war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IGER tätig und schrieb an meiner Promotion „Magdeburger Familiennamen und ihre Geschichte“, zum anderen arbeitete ich als Lehrbeauftragte in Deutsch als Fremdsprache am Sprachenzentrum der OvGU. Gerade bei der Arbeit mit den ausländischen Studierenden konnte ich feststellen, dass diese Tätigkeit meinen Vorstellungen von einer beruflichen Zukunft entspricht, weshalb ich mich 2010 um eine Festanstellung im Sprachenzentrum bewarb. Seitdem bin ich mit großer Freude als „Lehrkraft für besondere Aufgaben“ im Bereich Deutsch als Fremdsprache tätig.

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Neben der Konzipierung, Gestaltung und Durchführung von Lehrveranstaltungen, der Erstellung von Prüfungsmaterialien oder der Beratung von Studenten gehören als Fachbereichsleiterin u.a. auch Aufgaben wie die Organisation der studienbegleitenden Lehrveranstaltungspläne, die Betreuung der Lehrbeauftragten oder die Mitarbeit im Prüfungsausschuss zu meinem Tätigkeitsfeld.

Mein Fazit ist, dass es wichtig ist, neben den theoretischen Erkenntnissen auch bereits praktische Erfahrungen parallel zum Studium zu sammeln. Meiner Meinung nach sollte man neugierig und für verschiedene Dinge offen sein, ohne das große Ziel, das Studium erfolgreich anzuschließen, aus den Augen zu verlieren.



Letzte Änderung: 14.02.2019 - Ansprechpartner: Admin Germanistik